Posts mit dem Label Bücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 6. August 2014

Spaemann zum Zweiten

Meine Rezension von Robert Spaemanns Psalmen-Meditationen, zuerst in Zeit & Schrift abgedruckt, ist auch in der "Perspektive" erschienen - gestern kamen die Belegexemplare an.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Robert Spaemann

Für "Zeit & Schrift" habe ich Robert Spaemanns „Meditationen eines Christen (über die Psalmen 1-51“ rezensiert (hier lesen). Der konservative Philosoph nähert sich den Psalmen auf eine sehr persönliche Art. Mein Fazit in der Rezension: "Spaemann legt mit seinen ‚Mediationen‘ eine Auslegung von seltener Authentizität und Tiefgründigkeit vor." Lesenswert!

Mittwoch, 3. Juli 2013

Joseph und ich

Ich habe - kann man im Internet nachlesen - die "biblische Unterscheidungsfähigkeit schon weitgehend verloren". Ich führe Leser meiner Artikel "nicht auf grüne Weiden", sondern "in dürre Gefilde". An "spirituelle[n] Schmeicheleinheiten" bin ich mehr interessiert als an biblischer Lehre.

Warum? Weil ich ein Buch des ehemaligen Papstes gelobt habe. Das schmeckt manchen offensichtlich ganz und gar nicht.

Kaum zu glauben, diese Katholikenphobie, diese gleichermaßen selbstsichere wie hartherzige Rechtgläubigkeit, dieser übertriebene, angstbesetzte Abgrenzungswunsch bei manchen freikirchlichen Kampfchristen (manchmal bin ich mir nicht sicher, ob wirklich wie behauptet ernste Sorge dahintersteckt oder ob doch eher der Wunsch nach persönlicher Profilierung überwiegt).

Ja - manche katholischen Autoren, besonders Ratzinger, lese ich sehr gerne und mit Gewinn. Ja, ich sehe Ratzinger als gläubigen Christen an, als Glaubensbruder. Nein, ich werde nicht katholisch und finde beileibe nicht alles gut, was die katholische Kirche lehrt und lebt. 

Aber ich erfahre weitherzige Kontakte zu "anders" Gläubigen als äußerst bereichernd. Das Kennenlernen alternativer Sichtweisen hilft mir, mir meiner eigenen Identität und Glaubenspositionen bewusst zu werden.
  
Wie heißt es so schön: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Gut so.

Mittwoch, 29. Mai 2013

LThK

Gestern kam ein Paket an, über das ich mich sehr gefreut habe: antiquarisch habe ich von der kartonierten Sonderausgabe des Lexikons für Theologie und Kirche einen Satz günstig erworben. Ein wunderbares Nachschlagewerk, fundiert und umfassend - aber gleichzeitig auf das Wesentliche komprimiert.
Das LThK, eines der rennomiertesten theologischen Lexika, ist ein Wissenschatz, in dem man sich von Stichwort zu Stichwort hangeln und verlieren kann ...



Mittwoch, 29. August 2012

Johannes Klement: er-lebt (Buchempfehlung)

Johannes Klement, 20 Jahre in Brasilien als Missionar tätig, danach 8 Jahre als Missionssekretär der Allianz-Mission, inzwischen Pastor der FeG Erlangen, berichtet in dem neu erschienenen Buch „Er-lebt. Menschen begegnen, Gott erleben“ von beeindruckenden Begegnungen.
Ich habe es für Zeit&Schrift rezensiert, hier kann man die Rezension nachlesen.

Im ersten Teil des Buches stehen „Wunder der Gnade Gottes“ im Mittelpunkt, im zweiten prägnanten persönlichen Erfahrungen , im dritten "Erlebnisse, die tiefe Fragen in mir aufwarfen", im vierten Erfahrungen mit dem Gebet.
Johannes Klement schreibt: "Niemand kann sich der Liebe Gottes aussetzen, ohne dass diese Liebe ihn […] hineinzieht in die Liebe Gottes zu dieser Welt; ohne dass sie ihn zu den Menschen führt, die Gott so sehr liebt“. Johannes Klement hat viel zu erzählen, man will das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen. Und das schönste: das ist alles keine Fiktion, sondern erlebt. Anregend und motivierend!

Mittwoch, 25. April 2012

große und kleine Kunst

Die Bibel hat seit jeher Künstler gereizt, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die Kirche hat über Jahrhunderte die Größten ihrer Zeit beauftragt, biblische Geschichten in Bilder, Musik, Statuen ... umzusetzen.

Relativ neu scheint mir die Tendenz zu sein, auch die Bibel selbst als Buch in den Mittelpunkt einer kreativen Bearbeitung zu stellen. Dabei gibt es respektlos-humorvoll angelegte Ansätze wie den von Tauba Auerbach, die einfach alle Buchstaben der (englischsprachigen) Bibel alphabetisch sortiert und unter Beibehaltung der Groß- und Kleinschreibung hintereinander listet (Bild 1, Bild 2).

Interessanter dann schon der Versuch der Elliott-Condensed Bible, die innovativ den Kernihalt der Bibel in vier Kapitel ("Do", "Do not", "Shall", "Shall not") zusammenfasst. (Jaja, natürlich wird man damit dem Inhalt der Bibel nicht gerecht...)

Unbekannt ist mir der Künstler, der - offensichtlich mit der Bibel auf Kriegsfuß stehend - die Bibel in Form einer Pistole zurechtsägt. Das sollte mal einer mit einem Koran machen, dann wäre' aber was los...

Sonntag, 22. April 2012

Paul Maar und Kathi

Kathi hat im Rahmen des Lesefrühlings einen Promi hautnah erlebt: Paul Maar, Schöpfer des Sams. Das Portrait zeichnete er spontan in unser Sams-Buch, dass Kathi als Autogrammjägerin mitgebracht hatte.


Freitag, 22. Juli 2011

gewichtig



Ich habe gestern meine bescheidene Büchersammlung um den mächtigen dreibändigen Kommentar zur Zürcher Bibel ergänzt. In Berlin, wo ich gestern dienstlich war, gab es ihn nämlich 20 € billiger. Der Laden hatte den ursprünglichen Einführungspreis noch nicht aktualisiert. Der Kommentar ist Teil eines „Rundum-Pakets“ namens bibel(plus), der rund um die Zürcher Bibel gestrickt wurde (neben diesem Kommentarwerk „erklärt“ noch der Atas „besichtigt“, das Seminar „vertieft“ und das Hörbuch – die letzten drei Sachen habe ich aber nicht erstanden). Ein gewichtiges Werk, wie die Waage zeigt (keine Ahnung, warum das Bild hier wieder gedreht angezeigt wird...). Aber wie schreibt die NZZ in einer Rezension, die mich - schon allein des Titels wegen - neugierig gemacht hat:
„Wer vor der Lektüre der drei gewaltigen, schön gestalteten Bände nicht zurückschreckt, schöpft aus dem Werk reiche Belehrung.“

Genau: Ich erhoffe mir von dem Kommentar Trio gute Anregungen, ob durch unkonventionelle Deutungen oder dem Reiz zum Widerspruch.

Dienstag, 17. Mai 2011

Fundstück aus dem Buch „Die Bibel, die Jesus las“ von Philip Yancey.

Unter Bezugnahme auf einen ungenannten Kirchenhistoriker schreibt Yancey:
Die großen Kirchen versuchen „mit ihrer sozial-liberalen Denkrichtung heutzutage, die Evangelien wiederzubeleben, die Pfingstler halten sich an die Apostelschichte und die Evangelikalen an die Briefe. Vielleicht sollten wir uns ökumenisch zusammenschließen, um diejenigen biblischen Bücher zu neuem Leben zu erwecken, die allen genannten vorangehen.“ (S. 10)

Donnerstag, 25. November 2010

Papst lesen lohnt


Habe mir gestern direkt am Erscheinungstag das Interviewbuch mit dem Papst gekauft: „Licht der Welt“ heißt es, Peter Seewald (der Joseph Ratzinger bereits als Kardinal ausführlich und aufschlussreich interviewte) führte an sechs Tagen jeweils einstündige Gespräche mit Benedikt XVI., die nun gebündelt vorliegen.
Ich habe das Buch gestern und heute abend nahezu in einem Rutsch durchgelesen und bin begeistert. Ab und an nerven die etwas altklugen Fragen Seewalds (man hat den Eindruck, er kann sich nicht auf reine Fragen beschränken und meint ständig, Zitate und Stellungnahmen einbauen zu müssen), aber die durchdachten und präzisen Antworten des Papstes sind wirklich lesenswert. Er erzählt von sich, erläutert Entscheidungen, geht auch heiklen Anfragen (Zölibat, Scheidung, Homosexualität…) nicht aus dem Weg und erscheint neben den doch arg konservativen Positionen des Stichwortgebers teilweise geradezu flexibel.

Ein paar Kostproben gefällig?
Wunderbar zum Verhältnis von Glaube und Vernunft („Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“; Joh 20,29): „Nicht sehen ist die eine Sache, aber auch der Glaube des nicht Sehenden muss seine Gründe haben. Jesus selbst hat den Glauben durchaus verständlich gemacht, indem er ihn mit der inneren Einheit und in der Kontinuität mit dem Alten Testament, mit den ganzen Führungen Gottes dargestellt hat […] Es bleibt der große Auftrag der Kirche, dass sie Glaube und Vernunft, das Hinausschauen über das Greifbare und zugleich die rationale Verantwortung miteinander verbindet.“ (100f). Dementsprechend hält er fest, wir seien „in einem Zeitalter, […] in dem das eine Evangelium in seiner großen, bleibenden Rationalität und zugleich in seiner die Rationalität übersteigenden Macht verkündet werden muss, um neu in unser Denken und Verstehen zu kommen.“ (164)

Zu Gottesdiensten: „Es geht darum, dass man die Liturgie nicht als Selbstdarstellung der Gemeinde begeht, wo man sagt, es sei wichtig, dass jeder sich selbst einbringt, und wo am Schluss dann wirklich nur noch das ‚Ich selbst‘ wichtig ist. Es kommt vielmehr darauf an, dass wir eingehen in etwas viel Größeres […] Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass Liturgie nicht irgendwie selbstgebastelt wird.“ (131)

Zur „evangelikalen Sekten“ sagt er übrigens, die seien „ihrerseits wieder sehr instabil“ und schüfen „auch keine dauerhaften Zugehörigkeiten“ (141). Ist ja, wie man erleben kann, nicht ganz falsch…

„Wir gehen immer mehr auf ein Entscheidungschristentum zu“ (190)

Der Papst findet immer wieder klare Positionen und erläutert sie eindrucksvoll. Man mag nicht jede seiner Schlussfolgerungen teilen, aber eine anregende und inspirierende Lektüre stellt das Buch mit Sicherheit dar - auch und gerade für Christen aus dem evangelischen Lager. Überraschend viele Stellen habe ich beim Lesen zustimmend mit einem „!“ markiert…
Zum Abschluss sein überaus klug formuliertes Urteil über andere Weltreligionen, die seiner Auffassung nach „Bruchstücke, Lichter aus dem großen Licht haben“ und „eine innere Bewegung auf Ihn hin darstellen“:
"Zu sagen, dass in Christus Gott selbst erscheint und zu uns spricht, schließt nicht aus, dass bei den anderen Religionen auch Wahrheiten sind – aber eben Wahrheiten, die sozusagen auf DIE Wahrheit verweisen.“ (182).
So elegant muss man den Alleinvertretungsanspruch des christlichen Glaubens erst einmal verpacken können …

Donnerstag, 18. November 2010

Bücherregalunterteilungsdingsbums




Wieder mal musste ich ein Problem lösen, das vermutlich außer mir kaum jemand hat - aber egal: Bibelregister gibt es schon lange. Aber was macht man, wenn man ein paar Regalmeter Bibelkommentare sein Eigen nennt und da auch gerne, zwecks schnellen Zugriffs, trennende Zwischendinger hätte?


Habe mir kurzerhand was gebastelt, aber warum gibt es keinen Verlag, der so etwas professionell auf Pappe druckt und Interessierten anbietet? Vielleicht haben ja doch noch ein paar Menschen außer mir überbordende Bücherregale.

Freitag, 29. Oktober 2010

Doppelte Katze



Ich erwähnte ja schon einmal, wie sehr ich die Comic-Serie "Die Katze des Rabbiners" verehre. Intelligent und sympathisch, diese Reihe von Joann Sfar. Offensichtlich gibt es jetzt bald sowohl einen Zeichentrickfilm als auch einen Spielfilm der Geschichte. Jetzt müsste man Französisch können, um das zu verstehen ...
Ich hoffe jedenfalls, das Ganze erreicht auch die deutschen Kinos...

Donnerstag, 30. September 2010

Visuelle Bibelübersetzung



Juli Gudehus, eine deutsche Grafikerin, hat den Schöpfungsbericht 1992 nahezu Wort für Wort in Piktogrammen nacherzählt. Das Buch ist offensichtlich bereits einmal 1999 in einem kleinen Verlag erschienen und wird nun vom Carlsen-Verlag noch einmal breiter gepusht. Auf der linken Seite steht der Bibeltext in Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch, rechts die optische Übersetzung. Das Buch „Genesis“ macht Spaß zu lesen, da sich neben kreativen Neukreationen immer wieder auch Zitate bekannter Markenzeichen (Apple, Playboy, Mercedes, Stern, Shell, Lacoste, Nordsee, Pelikan…) finden. Ein Leser formulierte humorvoll: „vielleicht ist das kleine Ringbüchlein irgendwann einmal in der Zukunft eine Art "Stein von Rosette", da die Piktogramm-Sequenzen Zeile für Zeile in fünf Sprachen übersetzt sind und so bequem vielseitig dekodiert werden können.“ Empfehlenswert, ein unkonventioneller Zugang zu einem altbekannten Text…

Sonntag, 8. August 2010

Warum Romanhelden reisen


In der wunderschön sortierten Eckart Buchhandlung (Kökerstraße, demnächst Münsterstraße) bin ich auf ein kleines Buch von Alex Capus gestoßen: Beim nächsten Buch wird alles anders. Es enthält "acht Erzählungen über die Freuden und Leiden des Schriftstellerlebens".
Schön fand ich seine Erklärung, warum Autoren ihre Helden so oft auf Reisen schicken. Er bezweifelt nämlich, dass die Reise an sich im Mittelpunkt steht: "Dramaturgisch dient die Reise einem einzigen Zweck: den Helden zu isolieren, damit ihm im entscheidenden Augenblick nicht die Putzfrau in die Parade fährt oder die Schwiegermutter ihn zum Essen einlädt. Auf Reisen tritt der Held auf wie unter Laborbedingungen, auf einer kleinen, überschaubaren Bühne, mit einer überschaubaren Anzahl von Akteuren und meist mit einem gradlinigen, überschaubaren Ziel. [...] Und die Reise selbst? Ist nur Staffage. Sie dient lediglich dazu, Lord Jims Oma und Michel Strogoffs Lateinlehrer zuverlässig aus der Geschichte fernzuhalten. Das ist auch der Grund, warum der Tod auf dem Nil stattfindet und Hercule Poirot den Orientexpress immer weiterfahren und ja nicht anhalten lassen möchte: Damit kein Mordverdächtiger aus- und kein Unschuldiger zusteigen kann. Die Reise gibt dem Helden und seinem Autor maximale Ellbogenfreiheit, sonst nichts. Das ist zwar viel, aber auch schon alles."

Samstag, 7. August 2010

Katechismus Reloaded


Ihr Rücktritt hat die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, noch beliebter gemacht: U.a. war sie zweimal auf dem Titel des SPIEGELS, aktuell findet man sie auf dem Cover des SZ-Magazins.
Interessant fand ich sie vorher schon als Persönlichkeit, von ihrem Rücktritt war ich auch ziemlich beeindruckt. Umso neugieriger habe ich mir jetzt auch zwei aktuelle Bücher von ihr besorgt. In einer Reihe „Einfach Evangelisch“ greift sie auf Luthers Kleinen Katechismus zurück und ergänzt die alten großen Worte zu den Zehn Geboten, dem Vaterunser, dem Glaubensbekenntnis sowie zur Taufe und zum Abendmahl mit aktuellen Bezügen. Die ersten beiden Bände sind bereits auf dem Markt und bestechen durch ein ungewöhnliches Format, einen kreativen Satz und einem selten gewordenen Ganzleineneinband mit Prägung.

Inhaltlich war ich ehrlich gesagt aber ein wenig enttäuscht. Ihre allzu knappen Kommentare sind doch ein wenig dünne, alles bleibt etwas vage und im Ungefähren. Ich hätte mehr Substanz erwartet. Das gilt schon rein quantitativ: Käßmanns eigene Textanteile an den bislang erschienenen Bänden ließen sich, jede Wette, ohne Kürzung auf einer Seite der FAZ unterbringen. Und da ist ja auch noch der stolze Preis von je 12,90 € …

Dienstag, 30. März 2010

Lesebändchen


In der sympathischen Buchhandlung Markus (danke, Sofie, für den Gutschein ;-) habe ich was nettes entdeckt und gleich mitgenommen: Lesebändchen zum nachträglichen Einkleben. Ein tolle Idee!
copyright für das Bild: lesebändchen.de

Samstag, 12. Januar 2008

Propheten aus Berlin


Habe gestern in Berlin eine wundeschöne kleine theologische Buchhandlung entdeckt: Buchhandlung St. Nikolai, Rathausstraße 17. U.a. habe ich mir „Die Propheten Israels“ von Reinhard G. Kratz gekauft. Er startet gleich in der Einführung mit einem fulminanten Satz über die Propheten: „In ihren Rückblicken auf die Vergangenheit, den Analysen der Gegenwart und den Prognosen der Zukunft künden sie von einem Gott, der sein Volk verworfen hat, aber nicht von ihm lassen kann. Und sie künden von einem Volk, das seinen Gott verlassen, aber nicht ohne ihn leben kann. Der Bruch könnte nicht tiefer sein, und doch gehören Gott und Gottesvolk zusammen wie nirgends sonst.“ Grandios formuliert.
[Bild © by Wilhelm Speicher (http://www.die-bibel-lebt.de/speicher.htm)]

Mittwoch, 9. Januar 2008

Der liebenswerte Rebbe


Ein süßes kleines Buch aus den 70ern habe ich mir antiquarisch besorgt: „Der Rebbe“. Es enthält federleichte Cartoons von Don Dekker und The Tjong Khing über einen jüdischen Rabbi, der mit Gott fast wie verliebt redet.

Die meist nur aus wenigen Bildern bestehenden Geschichten oder eher Gedankengänge sind wirklich erheiternd: der liebenswerte, von Selbstzweifeln geplagte Rebbe spricht in geradezu kindlicher Weisheit mit Gott („Ich sitze hier … unter deinem Himmel … an deinem Baum … und gebe mich deinen Gedanken hin“) und denkt sich dessen Antworten, auf die er wiederum reagiert. Beten zum Mitlesen sozusagen.

Natürlich ist die Serie „Die Katze des Rabbiners“ weitaus tiefgründiger und umfassender (da soll auch ein neuer Band erscheinen 2008!), aber auch leichte Kost tut zwischendurch manchmal gut …

Freitag, 7. Dezember 2007

Bernd: "Au, ja, bezaubernd, Jabez".


Da Andreas sein verliehenes Buch langsam mal zurück braucht, habe ich heute Abend den kleinen, schmalen Band „Das Gebet des Jabez - Durchbruch zu einem gesegneten Leben“ von Bruce Wilkinson endlich einmal durchgelesen.
Wilkinsons Weltbesteller dreht sich um ein Gebet, das uns das Alte Testament überliefert - „ziemlich versteckt […] an einer unscheinbaren Stelle“ (S. 7). Jabez versteckt sich „im unpopulärsten Abschnitt eines der am wenigsten gelesenen Bücher der Heiligen Schrift“ (S. 12). Dort steht (1. Chr. 4, 9f): „Jabez war angesehener als seine Brüder. Und seine Mutter nannte ihn Jabez; denn sie sprach: Ich habe ihn mit Kummer geboren. Und Jabez rief den Gott Israels an und sprach: Ach …
(1.) dass du mich segnetest und
(2.) mein Gebiet mehrtest und
(3.) deine Hand mit mir wäre und
(4.) schafftest, dass mich kein Übel bekümmere!
Und Gott ließ kommen, worum er bat.“

Wilkinson sieht in dem vierfachen Wunsch den Schlüssel, dass „Jabez angesehener als seine Brüder“ war.

Inspirierend finde ich das Bild von Jabez, das Wilkinson vor den Augen des Lesers malt. Das macht Mut, mit Gott Sachen zu wagen, die eigentlich eine „Schuhnummer zu groß“ für uns sind. Zur zweiten Bitte schreibt Wilkinson etwa: Wir stellen „etwa folgende Gleichung auf: Meine Fähigkeiten + Erfahrung + Ausbildung + meine Persönlichkeit und äußere Erscheinung + meine Vergangenheit + die Erwartung anderer = das mir zustehende Gebiet“ (mit „Gebiet“ meint er Möglichkeiten, Gott zu dienen). "Nach Gottes mathematischen Gesetzen würde die Rechnung eher so aussehen: Meine Bereitschaft und meine Schwachheit + Gottes Wille und seine übernatürliche Macht = mein wachsendes Gebiet“ (S. 40f). Solche Sätze geben Stoff zum Nachdenken: „Als Gottes erwählte, gesegnete Söhne und Töchter ist es unser Auftrag, uns an Dinge heranzuwagen, die so groß sind, dass unser Scheitern schon vorprogrammiert ist, es sei denn, Gott schreitet ein“ (S. 46). „Abhängigkeit [ist] bei Christen lediglich ein anderes Wort für Vollmacht“ (S. 60).

Verstörend sind dagegen Einseitigkeiten und Aussagen, die den Geist von Jabez Gebet in den Hintergrund rücken und das Gebet selber als Mittel zum Zweck nahezu beliebig einsetzbar erscheinen lassen. „Beten Sie das Gebet des Jabez jeden Morgen“ … „Lesen Sie dieses Buch im nächsten Monat Woche für Woche jeweils einmal ganz durch“… So kann das Gebet eines anderen zum Mantra werden. Das Gebet des Jabez ist eben nicht der „Schlüssel zu einem Leben von außerordentlicher Gunst von Seiten Gottes“ (S. 7). Irritierend ist auch die Vielzahl an Devotionalien, die um das Thema des Buches angeboten werden (Andachten zum Gebet des Jabez, Das Gebete des Jabez für Frauen, … für teens, Lieder zum Gebet des Jabez …).

Wie auch immer: das Gebet des Jabez werde ich jetzt bestimmt nicht regelmäßig beten. Aber ich will schon ein wenig über seine Haltung und Erfahrung nachdenken. Und ich werde meine eigenen Worte finden, meine eigenen Erfahrungen machen.

P.S.: Komisch: woraus Wilkinson einen Mega-Hype-Millionenseller macht, das ist bei Spurgeon eine Predigt unter vielen. Hier kann man nachlesen, dass Spurgeon 1871 bereits die relevanten Impulse herausarbeitet. Man sieht: es geht auch bodenständiger und unaufgeregter. ;-)

Sonntag, 9. September 2007

Neun Wege, Gott zu lieben


Stille Zeit heißt, frühmorgens halb verschlafen am Schreibtisch alleine die Bibel zu lesen, oder? Jein. Manche begegnen Gott (auch) auf andere Art und Weise, fühlen sich ihm vielleicht eher bei anderen Gelegenheiten nahe. Gary L. Thomas, Buchautor aus Washington, zeigt mit seinem Buch „Neun Wege, Gott zu lieben - Die wunderbare Vielfalt des geistlichen Lebens“, dass unterschiedliche Zugänge zum Glauben, zu Gott bestehen. „Gott hat uns mit verschiedenen Persönlichkeiten und Temperamenten ausgestattet. Es ist also nur natürlich, dass diese Verschiedenheit sich auch in der Form unserer Anbetung niederschlägt“ (S. 18). Thomas warnt:
„Wenn wir selbst ganz begeistert sind von einem (für uns) wichtigen Zugang zum christlichen Glauben, dann ziehen wir manchmal den Schluss, dass es anderen ganz genau so gehen muss – und wenn nicht, dann ist mit ihrem Glauben etwas nicht in Ordnung“ (S. 13).
Gary Thomas unterscheidet neun Möglichkeiten, seine „Seele zu füttern“ und verschwiegt dabei auch Versuchungen nicht:
1. Der Natur-Typ begegnet Gott in seiner Schöpfung (z.B. Franz von Assisi). Gefahr dabei: Individualismus; Irrglaube; Natur als Idol.
2. Der sinnliche Typ begegnet Gott mit allen Sinnen (z.B. Hesekiel). Gefahr dabei: Anbetung ohne innere Überzeugung; Verherrlichung der Schönheit; Hingabe als Selbstzweck.
3. Der traditionalistische Typ begegnet Gott durch Rituale und Symbole (z.B. Esra). Gefahr dabei: Gott dienen, ohne ihn zu kennen; soziale Pflichten vernachlässigen; andere verurteilen; mechanisches Wiederholen; Vergötzung von Riten.
4. Der asketische Typ begegnet Gott in Einsamkeit und Schlichtheit (z.B. Johannes der Täufer). Gefahr dabei: Die persönliche Frömmigkeit zu sehr betonen; Leid suchen um des Leides willen; Gottes Gunst erwerben wollen.
5. Der aktivistische Typ begegnet Gott durch Konfrontation (z.B. Mose, Elia und Elisa, Habakuk). Gefahr dabei: Andere verurteilen; Ehrgeiz und Sex; elitäre Gedanken und Groll; übertriebene Geschäftigkeit, mangelnde persönliche Heiligung.
6. Der fürsorgliche Typ begegnet Gott durch Nächstenliebe (z.B. Mordechai, Marta von Betanien). Gefahr dabei: Andere verurteilen; anderen dienen als Dienst an sich selbst; eingeschränkter Blickwinkel; Menschen vernachlässigen, die uns am Nächsten stehen.
7. Der enthusiastische Typ begegnet Gott durch Mysterien und Feiern (z.B. David). Gefahr dabei: Erfahrungen um ihrer selbst willen suchen; unabhängig sein; „gute Gefühle“ und „gute Anbetung“ sind nicht das Gleiche.
8. Der kontemplative Typ begegnet Gott durch grenzenlose Hingabe (z.B. Maria von Betanien). Gefahr dabei: Einseitige Anbetung; Gott gleich werden wollen; Meditation ohne Opferbereitschaft; Abhängigkeit von spirituellen Erlebnissen.
9. Der intellektuelle Typ begegnet Gott mit dem Verstand (z.B. Salomo, Augustinus). Gefahr dabei: den Streit zu sehr lieben; Wissen statt Handeln; Stolz.

Gary Thomas schafft es in seinem Buch, verschiedene Zugänge zu Gottes Nähe ausgewogen zu erläutern und durch Beispiele zu illustrieren. Damit weckt er einerseits Verständnis für Christen, die vielleicht vollkommen andere Bedürfnisse, Gewohnheiten und Herangehensweisen haben als man selber. Andererseits ermöglicht er dem Leser die Überprüfung, ob er in Gefahr steht, selber zu einseitig zu agieren (sozusagen an Mangelernährung zu leiden) oder „typischen Fallen“ eines bestimmten Zugangs zu erliegen.
Thomas fasst zusammen:
„Jede Gemeinde ist voll von miteinander rivalisierenden geistlichen Temperamenten. Es ist zu viel verlangt, wenn man erwartet, dass ein einstündiger Gottesdienst alle sieben Tage die geistlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen befriedigt. Meine Hoffnung ist, dass dieses Buch es den Menschen leichter macht, den Gemeindegottesdienst regelmäßig durch ihre persönlichen Zeiten und Formen der Anbetung zu ergänzen. […] Es grenzt an Götzendienst, wenn man meint, ein einziger Lehrer könne einem alles geben, was man braucht, um im Glauben zu wachsen. […] Viel gesünder ist der Ansatz, ein Gebets- und Glaubensleben zu entwickeln, dessen Früchte umgekehrt Gemeindeleben zugute kommen“ (S. 252).
Mir liegt, das hat mich nicht sehr überrascht, offensichtlich vor allem der intellektuelle Typ („Glaube muss zwar erlebt, aber vor allem verstanden werden. Christen mit diesem geistlichen Temperament fühlen sich Gott wahrscheinlich am nächsten, wenn sie eine neue Erkenntnis über ihn gewonnen haben“) sowie der aktivistische („Aktivisten … schöpfen ihre Energie mehr aus der Interaktion mit anderen – selbst wenn es sich dabei um Konflikte handelt“). Auf Rang 3, man hören und staune, der asketische Typ. Na, da muss ich noch mal drüber nachdenken ;-)

Fazit: ein lesenswertes und größtenteils überzeugendes Buch, das zahlreiche Gedankenanstöße bereit hält. Meine Empfehlung.