Hier ein paar personenunabhängige Impressionen von der Klausurtagung der Ältesten im Institut Vita (Rietberg).
Es war dicht & schön & ertragsreich (inhaltlich - die Essensmengen nicht immer). Nach Ostern werden wir versuchen, die Gemeinde in unsere Gedanken reinzunehmen.
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Donnerstag, 10. April 2014
Sonntag, 8. November 2009
Orlando Bottenbley in GT
- Die Gemeinde ist Gottes Schaufenster in der Welt. Gottes Herrlichkeit soll in uns sichtbar werden. Die Gemeinde besteht, damit Menschen Gott kennen lernen und gerettet werden.Nicht alles völlig neu, aber guter Anstoß, über Grundlegendes neu nachzudenken.
- Wenn wir selber nicht von unseren Gottesdiensten ergriffen und begeistert sind, können wir das nicht von anderen Besuchern erwarten.
- So wie Leiter von Gott gepackt werden, so gebraucht er sie, die Gemeinde zu verändern. Wir als Leiter müssen begeistert dabei sein. Wir als Leitung sind das Problem – oder die Lösung…
- Jeder Organismus braucht Organisation. Auch eine lebendige Gemeinde braucht eine solche. Der Organismus ist heilig, die Organisation nicht. Diese muss sich dem Organismus anpassen. Wie beim Wachstum eines Kindes können „Jacken“ zu klein werden. Sie engen dann ein und behindern. Bei Bedarf muss man die Organisation, die Struktur verändern, damit der Organismus sich weiter entfalten kann.
Freitag, 24. April 2009
Termin bei Wycliff

Dienstag hatte ich das Vergnügen, im schönen Haiger-Burbach (siehe Bild) zu sein, nämlich im Wycliff-Seminar. Die GBFE (Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa), ein Netzwerk von christlichen Bildungseinrichtungen (Bibelschule Wiedenest, Neues-Leben Seminar Wölmersen, IGW, Marburger Bibelseminar, Theologisches Seminar Adelshofen, IGNIS, ACF), beschäftigte sich im Rahmen einer Frühlingsklausur ihres Rates mit verschiedenen hochschulpolitischen Fragen. Mich hatte man netterweise dazu als Gast eingeladen.

Es ging u.a. um Fragen akademischer Abschlüsse und der Akkreditierung von Studiengängen und Einrichtungen. Ich hatte zudem die Gelegenheit, einen Input zum Thema „Quereinsteiger in den vollzeitlichen Dienst“ zu geben. Eine meiner Thesen: Derzeit werden nicht unbedingt die Falschen in den vollzeitlichen Dienst berufen, aber sicher manche Richtige zum falschen Zeitpunkt – nämlich zu früh. Mangelnde Lebenserfahrung und Reife können trotz umfassender theologischer Ausbildung zu Problemen führen:
Frischgebackene Absolventen erleben nicht selten einen Praxisschock nach ihrer theologischer Ausbildung; manche Berufsanfänger können ihre gesamten bisher gehaltenen Predigten an einer Hand abzählen; nicht wenige Absolventen theologischer Ausbildungsstätten werden nach jahrelanger Ausbildung erst einmal Jugendpastor, um sich über Jahre langsam an das Level „richtiger“ Pastor heranzutasten. Vollzeitler nimmt man ohnehin oft erst in fortgeschrittenem Alter richtig ernst.
Aus meiner Sicht birgt das Thema „Quereinsteiger“ also große Chance für Gemeinden – gleichzeitig stellt es natürlich eine gewisse Herausforderung für Gemeinde, Gemeindebünde und theologische Ausbildungsstätten dar.
Ich bin erstens sehr dankbar, mit der Einladung einen Anreiz erhalten zu haben, meine Gedanken dazu mal halbwegs systematisch aufzuschreiben und zweitens habe ich in der Diskussion und in Pausengesprächen sehr hilfreiche Rückmeldungen bekommen. Einige Anregungen haben mir weitere wichtige Aspekte, die zu berücksichtigen sind, deutlich gemacht und teilweise meine Einschätzungen ergänzt. Für mich hat das Ganze auf jeden Fall gelohnt, ich hoffe, für die mitdiskutierenden Zuhörer war es auch keine allzu sehr verschwendete Zeit.
Dienstag, 27. Mai 2008
5 Köpfe, 1 Team
Als Ältestenkreis unserer Gemeinde waren wir Freitag Abend bis Sonntag Mittag im „lippischen Bergland“ in einem netten Hotel.
In einer sehr intensiven Zeit haben wir uns die Zeit genommen, uns weit weg vom Alltagstrubel konzentriert mit grundsätzlichen Fragen zu beschäftigen.
Motto des Wochenendes: „Aus fünf ‚Köpfen’ soll ein Team, eine Einheit werden. Wir wollen grundsätzliche Weichenstellungen für die weitere gemeinsame Arbeit vorbereiten.“
Wir haben z.B. für uns erarbeitet, welche Aufgaben die Bibel Ältesten und Diakonen (bzw. Pastoren, Gemeindeleitern) überhaupt zuweist und was das für unseren zukünftigen Dienst bedeutet. Wir haben die nächsten Schritte abgesteckt und „gabengerecht“ aufgeteilt. Es gibt viel zu tun.
Sonntag, 2. Dezember 2007
Krankensalbung
Seit einigen Jahren nutze ich den Abreißkalender "Wort für heute" - er bietet recht gute Erläuterungen zu täglichen Bibellese nach dem ÖAB-Leseplan sowie knappe Einführungen in die jeweiligen biblischen Bücher.
Auf dem Zettel vom 20.11. 2007 hatte Jörg Swoboda unnachahmlich Hintergründe der Krankensalbung durch die Ältesten (Jakobus 5,13-20) zusammengefasst. Beim Lesen war ich platt, wie man auf so wenig Raum so viel sagen kann. Ich habe das Thema ganz neu verstanden. Diesen Zettel wollte ich natürlich aufheben. Nun ist der irgendwie verschütt gegangen - da habe ich bei Jörg Swoboda direkt nachgefragt, ob er den Text noch elektronisch "greifbar" habe. Er hatte - seine freundliche Antwort kam postwendend.
Hier seine Kerngedanken in Auszügen, falls es jemanden interessiert:
Auf dem Zettel vom 20.11. 2007 hatte Jörg Swoboda unnachahmlich Hintergründe der Krankensalbung durch die Ältesten (Jakobus 5,13-20) zusammengefasst. Beim Lesen war ich platt, wie man auf so wenig Raum so viel sagen kann. Ich habe das Thema ganz neu verstanden. Diesen Zettel wollte ich natürlich aufheben. Nun ist der irgendwie verschütt gegangen - da habe ich bei Jörg Swoboda direkt nachgefragt, ob er den Text noch elektronisch "greifbar" habe. Er hatte - seine freundliche Antwort kam postwendend.
Hier seine Kerngedanken in Auszügen, falls es jemanden interessiert:
[...] Es geht in unserem Fall um mehr als nur um Schnupfen und bei dem erbetenen Besuch mehr als um Höflichkeit am Krankenbett. Vielmehr sind dringliche Fürbitte um Heilung, Krankensalbung und ausdrücklich Großreinemachen der Seele angesagt. Denn wenn wir körperlich leiden, haben wir ein Seelenfenster offen. Wir beten echter und fragen uns auch ehrlicher als sonst nach möglichen verborgenen Ursachen unserer Not. Diese Grenzerfahrung bringt uns dazu, uns selbst zum Thema zu machen. Jakobus ermutigt uns, dies nicht nur vor Gott, sondern auch vor einem Zeugen zu tun. Auch wenn die offengelegten Sünden nicht Ursache der Krankheit sein sollten, sind sie in jedem Fall ein Störfaktor in der Beziehung zu Gott.
Unter dem Zuspruch der Vergebung atmen wir seelisch auf. Oft schon ging diese Entlastung bis ins Körperliche und brachte eine Wende. Wenn wir neu mit Gott anfangen, erhalten wir wieder neue Kraft – Kraft, die uns gesund macht oder Kraft, die uns stark macht, ein Leiden zu tragen, ohne daran Schiffbruch zu erleiden. [...]
Freitag, 8. Juni 2007
Hirte-Herde und Pfarrerzentriertheit
Klaus Eickhoff hat 2000 auf dem 6. Lutherischen Kirchentag in Bochum ein beeindruckendes Referat gehalten unter dem Titel „Vom Geheimnis des Leitens – Revolutionäres aus dem NT“. Ich stieß vor einiger Zeit bei der Vorbereitung einer Predigt zum Thema "Laien und Profis in der Gemeinde" darauf. Ich habe Eickhoffs Kerngedanken, die mich in ihrer Klarheit beeindrucken, einmal hier zum Nachlesen zusammengefasst. Ein paar Appetithäppchen:
„Die Leitungsgabe dient den anderen Gaben, damit sie sich entfalten, blühen und Frucht bringen.“
„Mit dem Bild des Hirten ist eine Herzenshaltung, ein Charakter, ein Wesen, eine Gabe und keine Struktur beschrieben. […] Als Struktur verstanden, ist das Hirte-Schafe-Modell tödlich für das Werden von Gemeinde.“
„Der übliche Normalzustand ist ein überlasteter Pfarrer und eine zuschauende Gemeinde. Die Todsünde der Volkskirche heißt Pfarrerzentriertheit. Die Folge ist ein hyperaktiver Pfarrer und eine hyperpassive Gemeinde.“
„Die Gemeinde hat ein völlig falsches Bild vom Pfarrer, das es aber für gottgegeben hält. Das Bild setzt den Pfarrer unter Druck. Er soll alles machen. Die Gemeinde wird aufgrund ihres Bildes vom Pfarrer zum Peiniger des Pfarrers. Das Bild vom Hirten, strukturell verstanden, setzt den Pfarrer unter Druck und entmündigt die Gemeinde.“
Ich denke wirklich, wer alles von einer Person erwartet („Pfarrerzentriertheit“), sorgt dafür, dass genau die Person, von der dann alles abhängt, von der alles erwartet wird, ausbrennt. Die Bibel kennt es nicht, dass eine Gemeinde allein von einem Pastor versorgt wird. Das biblische Bild sieht so aus: Gott versorgt die komplette Gemeinde – mit Gaben. Werden diese eingesetzt, hat die Gemeinde alles, was sie braucht – in gegenseitiger Ergänzung, unter Koordination der Gemeindeleitung.
Samstag, 2. Juni 2007
Gemeindeleitung & Älteste: spannende Studie
Mit René Schäfer, Missionsleiter der Deutschen Inland-Mission, habe ich für bruederbewegung.de ein ausführliches Interview über den Aufbau von Führungsstrukturen in (Brüder-)Gemeinden geführt. Schäfer erläutert, seine empirische Forschung habe "eindrücklich nachgewiesen, dass die Praxis [der Gemeindeleitung] in den Brüdergemeinden an einigen Stellen weder biblisch noch erfolgreich" sei. "Meiner Ansicht nach ist sie gerade deshalb nicht erfolgreich, weil sie nicht biblisch ist!"
Hier das komplette Interview, das auf die Leitlinien des Neuen Testamentes und Umsetzungsfragen näher eingeht.
Hier das komplette Interview, das auf die Leitlinien des Neuen Testamentes und Umsetzungsfragen näher eingeht.
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