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Dienstag, 12. April 2011

2 neue Artikel


Die neue „Zeit & Schrift“ enthält gleich zwei Artikel von mir:
Eine Auslegung des 37. Psalms, die methodisch ein wenig unorthodox vorgeht und den Psalm neu „sortiert“ – und eine Rezension einer Auslegung des 122. Psalms. Letztere fällt nicht sehr positiv aus – zu sehr pflegt der Autor überbordende allegorische Auslegung; seine Schlussfolgerungen (die er eigentlich nicht wirklich aus dem Text ableitet) stehen damit auf sehr wackeligem Boden. Die Buchrezension war mir ein Anliegen, da das beschriebene und kritisierte Vorgehen symptomatisch ist für manche Auslegungen und Predigten in Kreisen der Brüderbewegung.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

brüderbewegung.de wird 5!

Wie die Zeit vergeht ... Tatsächlich: seit mittlerweile 5 Jahren gibt es bruederbewegung.de, die Seite über deutsche Brüdergemeinden in Geschichte und Gegenwart. Gemeinsam mit Michael Schneider habe ich sie 2003 ins Leben gerufen (immerhin bin ich im Umfeld einer Brüdergemeinde aufgewachsen und habe auch einige Zeit mit einer organisationsssoziologischen Doktorarbeit über die "geschlossenen Brüder" geliebäugelt..).
Seitdem füllt sich die Seite immer weiter mit hochinteressanten Downloads, Interviews (sehr viel Wind wirbelte unser W.J. Ouweneel-Interview auf) und thematischen Übersichten. Im September 2005 kamen sogar die Anschriften aller uns bekannter Brüdergemeinden unabhängig der Ausrichtung und Gruppenzugehörigkeit hinzu - ein absolutes Novum, aber gerade bei Reisenden und Interessierten als Nachschlagemöglichkeit geschätzt!
Zu unserem kleinen Jubiläum haben uns verschiedene Personen, mit denen wir engeren Kontakt hatten (u.a. Horst Afflerbach, Klaus Brinkmann, Gerd Goldmann, Stephan Holthaus, Hartmut Jaeger, August Jung, Lothar Jung, Günther Kausemann, Volker Kessler, Eberhard Platte, Arndt Schnepper...) freundliche, aber auch teilweise konstruktiv-kritische Grußworte übermittelt.

bruederbewegung.de stellt sozusagen eine Klammer um die verschiedenen Flügel der Brüderbewegung dar. Die Seite soll auch weiterhin eine Hilfe als Nachschlagewerk, Bibliothek und neutrale, sachliche Informationsquelle sein!Weiter geht's!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Streit mit der FeG


Frisch erschienen und gestern im Briefkasten: Das Jahrbuch 2008 des Vereins für Freikirchenforschung. Hauptthema des Bandes mit sehr interessanten Beiträgen: „Freikirchen als Außenseiter“. Netterweise hat der Herausgeber meinen zunächst nur auf bruederbewegung.de veröffentlichten Aufsatz zum „Schriftenstreit“ zwischen den Freien evangelischen Gemeinden und der "Christlichen Versammlung“ (1911-1915) unter der Rubrik "Forschungsberichte und Aufsätze" auch mit aufgenommen. Das ist nicht schlecht, weil manche Menschen doch v.a. printorientiert sind und sonst vielleicht nie auf diesen kleinen Überblick gestoßen wären …

Mittwoch, 18. Juli 2007

NT-Griechisch (II)


Zum Abschluss meines Altgriechisch-Kurses habe ich, wie geschildert, Mat. 3,1-3 „eigenhändig“ neu übersetzt. In diesem Zuge habe ich die bisherigen Fassungen der Elberfelder Bibel, immerhin schon 150 Jahre alt, nachvollzogen. Sie hat sich im Lauf ihrer Bearbeitungen deutlich verändert. In der ersten Auflage (1855) heißt es zunächst:
1 In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer, predigend in der Wüste von Judäa, 2 und sagend: Thuet Buße! denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen! 3 Denn Dieser ist Der, von welchem Jesaias, der Prophet, geredet hat, sagend: „Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet richtig seine Steige!“
Es fällt auf: Die Partizipien (predigend, sagend) werden auch im Deutschen als solche abgebildet, was sich gerade in der Kombination „…geredet hat, sagend…“ negativ bemerkbar macht. Die Erzählzeit orientiert sich strikt am griechischen Original, was zu sprachlichen Härten führt.

Die zweite Auflage 1867 löst die Partizipien bereits vollständig auf:
1 In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa, 2 und sagt: Thuet Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen! 3 Denn Dieser ist Der, von welchem geredet hat Jesaias, der Prophet, indem er sagt: „Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade Seine Steige!“
In Vers 3 heißt es nun, die „Steige“ des Herrn sollen „gerade“ (statt bisher „richtig“) gemacht werden.

In der dritten Auflage des NT 1871 werden die Partizipien (predigend, sagend) nur noch teilweise aufgelöst, in einem Fall geht diese Fassung sogar hinter die 2. Auflage zurück.
1 In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa, 2 und spricht: Thut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen! 3 Denn dieser ist der, von welchem geredet ist durch Jesaias, den Propheten, sagend: „Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade seine Steige!“
Der Textstand 1927 zeigt folgende Besonderheiten: Die Partizipien werden wieder komplett aufgelöst. Die Rechtschreibung wird angepasst („Thut Buße“ wird zu „Tut Buße“). Der Satzbau orientiert sich in Vers 3 endlich stärker am deutschen Sprachgebrauch und weniger am Grundtext („Denn dieser ist der, von welchem durch den Propheten Jesaias geredet ist, welcher spricht“ statt „… durch Jesaias, den Propheten, sagend“)

Die Revision 1975/92 veränderte die drei zitierten Verse nur marginal: Aus „Steige“ werden „Pfade“. Der Prophet „Jesaias“ wird zu „Jesaia“. Der Imperativ „Tut Buße“ wird zum separaten Satz – was er übrigens bereits in der ersten Auflage 1855 war. Über diese Anpassung kann man geteilter Meinung sein – immerhin ist das nachfolgende „Denn“ als Beginn eines eigenständigen Satzes eher unschön.

Die Elberfelder Bibel im aktuellen Textstand (Elberfelder Bibel 2006) hat die Perikope trotz der erneuten Durchsicht überhaupt nicht verändert. Angesichts der Tatsache, dass die Überarbeitung dem Sprachwandel Rechnung tragen sollte, ist das eher enttäuschend: Es ist davon auszugehen, dass die Formulierung „Tut Buße“ (Vers 2) vielen Lesern nicht auf Anhieb verständlich sein wird. Das Wort „Pfad“ (Vers 3) gehört wohl auch kaum noch zum aktiven Wortschatz der meisten Deutschen. Der Präsens als Erzählzeit erscheint weiter ungewöhnlich, insbesondere, da er in längeren Abschnitte mit dem Imperfekt wechselt. Der Sprachgebrauch kennt heute sehr wohl ein „zubereiten“ und ein „vorbereiten“, aber ein allein stehendes „bereiten“ (Vers 3) klingt ebenfalls nicht besonders modern.
Fazit: Da ist noch mehr drin – in der nächsten Revision.

Samstag, 2. Juni 2007

Gemeindeleitung & Älteste: spannende Studie

Mit René Schäfer, Missionsleiter der Deutschen Inland-Mission, habe ich für bruederbewegung.de ein ausführliches Interview über den Aufbau von Führungsstrukturen in (Brüder-)Gemeinden geführt. Schäfer erläutert, seine empirische Forschung habe "eindrücklich nachgewiesen, dass die Praxis [der Gemeindeleitung] in den Brüdergemeinden an einigen Stellen weder biblisch noch erfolgreich" sei. "Meiner Ansicht nach ist sie gerade deshalb nicht erfolgreich, weil sie nicht biblisch ist!"
Hier das komplette Interview, das auf die Leitlinien des Neuen Testamentes und Umsetzungsfragen näher eingeht.

Donnerstag, 19. April 2007

"Auslauf"


Dieses Schild habe ich vor einem Bärengehege des Tierparks Olderdissen entdeckt. Der Text soll erklären, warum die Bärin Alma auch nach der Befreiung aus zu engen Verhältnissen ständig im Kreis läuft. Irgendwie muss ich dabei an Menschen denken, die nach Jahren den Absprung aus einer rigiden, engen Glaubensgemeinschaft gefunden haben. Die können manchmal die gewonnene Freiheit auch nicht recht genießen und bleiben in alten Mustern stecken – oder im dauerhaften Kampf gegen die Muster der Vergangenheit.

Psalm 31, Vers 9 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum."
Psalm 18,20: „Er führte mich heraus in die Weite, er befreite mich.“

Montag, 5. März 2007

Verhältnis FeG – Brüdergemeinden


Kaum etwas kann trennender sein als gemeinsame Wurzeln. Das Verhältnis zwischen den Freien evangelischen Gemeinden (FeG) und der „Christlichen Versammlung“ (CV) in Deutschland jedenfalls war über Jahrzehnte von deutlichen Spannungen geprägt – trotz ähnlicher Herkunft, ähnlicher Lehre und zeitweise enger Zusammenarbeit der Gründungsfiguren im Vorfeld.

Der „Schriftenstreit“, den Vertreter beider Gruppen zwischen 1911 und 1915 miteinander führten, stellte den Höhepunkt dieser Auseinandersetzung dar. Für bruederbewegung.de habe ich die wesentlichen Stationen des Schriftenstreits näher erläutert und die Darstellung in eine übergreifende Betrachtung des Verhältnisses zwischen den FeG und der CV eingeflochten. Auch wenn das während des teilweise hitzig und persönlich geführten Schriftenstreits wohl niemand vermutet hätte, näherten sich zwei Jahrzehnte später Gruppierungen der Brüderbewegung und der Bund der FeG so sehr an, dass sie kurz davor standen, in einem gemeinsamen Bund aufzugehen.
Hier kann der ganze Artikel nachgelesen werden; die wichtigsten Dokumente stehen ebenfalls als Download zur Verfügung.