Freitag, 24. April 2009

Termin bei Wycliff


Dienstag hatte ich das Vergnügen, im schönen Haiger-Burbach (siehe Bild) zu sein, nämlich im Wycliff-Seminar. Die GBFE (Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa), ein Netzwerk von christlichen Bildungseinrichtungen (Bibelschule Wiedenest, Neues-Leben Seminar Wölmersen, IGW, Marburger Bibelseminar, Theologisches Seminar Adelshofen, IGNIS, ACF), beschäftigte sich im Rahmen einer Frühlingsklausur ihres Rates mit verschiedenen hochschulpolitischen Fragen. Mich hatte man netterweise dazu als Gast eingeladen.

Es ging u.a. um Fragen akademischer Abschlüsse und der Akkreditierung von Studiengängen und Einrichtungen. Ich hatte zudem die Gelegenheit, einen Input zum Thema „Quereinsteiger in den vollzeitlichen Dienst“ zu geben. Eine meiner Thesen: Derzeit werden nicht unbedingt die Falschen in den vollzeitlichen Dienst berufen, aber sicher manche Richtige zum falschen Zeitpunkt – nämlich zu früh. Mangelnde Lebenserfahrung und Reife können trotz umfassender theologischer Ausbildung zu Problemen führen:
Frischgebackene Absolventen erleben nicht selten einen Praxisschock nach ihrer theologischer Ausbildung; manche Berufsanfänger können ihre gesamten bisher gehaltenen Predigten an einer Hand abzählen; nicht wenige Absolventen theologischer Ausbildungsstätten werden nach jahrelanger Ausbildung erst einmal Jugendpastor, um sich über Jahre langsam an das Level „richtiger“ Pastor heranzutasten. Vollzeitler nimmt man ohnehin oft erst in fortgeschrittenem Alter richtig ernst.

Aus meiner Sicht birgt das Thema „Quereinsteiger“ also große Chance für Gemeinden – gleichzeitig stellt es natürlich eine gewisse Herausforderung für Gemeinde, Gemeindebünde und theologische Ausbildungsstätten dar.

Ich bin erstens sehr dankbar, mit der Einladung einen Anreiz erhalten zu haben, meine Gedanken dazu mal halbwegs systematisch aufzuschreiben und zweitens habe ich in der Diskussion und in Pausengesprächen sehr hilfreiche Rückmeldungen bekommen. Einige Anregungen haben mir weitere wichtige Aspekte, die zu berücksichtigen sind, deutlich gemacht und teilweise meine Einschätzungen ergänzt. Für mich hat das Ganze auf jeden Fall gelohnt, ich hoffe, für die mitdiskutierenden Zuhörer war es auch keine allzu sehr verschwendete Zeit.

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