... nimmt endlich ihre Arbeit auf – fast ein Vierteljahr nach der Bundestagswahl! Aber von einer Aufbruchsstimmung im Land ist nicht wirklich viel zu spüren. Schon der Wahlkampf hat das Volk weitgehend unberührt gelassen, die Spitzenkandidaten weckten keine großen Emotionen. Die Slogans der etablierten Parteien: nichtssagend und austauschbar. Auch die zähen Koalitionsverhandlungen brachten keine wirklich überraschenden Ergebnisse. Die Erwartung an die neue Regierung ist dementsprechend niedrig. Viele Menschen haben keine große Hoffnung, dass "die in Berlin" wirklich etwas für sie bewegen können oder wollen. Die Hoffnungen, die wir in die Politik setzen, sind ziemlich reduziert. Dabei mangelt es unserer Gesellschaft nicht an Problemen, die noch auf Lösungen warten …
Es gab und gibt Regierungswechsel, die die Menschen weit mehr bewegten. In den 60er Jahren etwa war Willy Brandt für viele junge Menschen ein Hoffnungsträger, er personalisierte für zahlreiche Deutsche den Wunsch nach Veränderung. Mit John F. Kennedy verbanden viele Amerikaner ebenfalls große Erwartungen. Als Barack Obama 2008 als Präsidentschaftskandidat antrat, sprach das Nachrichtenmagazin Der Spiegel beeindruckt von seinem "Messias-Faktor". Er sollte, so die Sehnsucht großer Teile der Welt, nichts weniger als die Kriege der Welt beenden, Schwarze und Weiße versöhnen und Gerechtigkeit durchsetzen. Sein prägnantes Wahlkampfmotto: "change" (Wandel). Immer wieder haben Menschen bei einem Wechsel an der Spitze des Staates oder des Regierungschefs große Hoffnungen und weitreichende Erwartungen. Psalm 72 hält fest, welches Regierungsprogramm sich das Volk Israel vor fast 3000 Jahren herbeigesehnt hat. Erstaunlicherweise
ähnelt das Beschriebene sehr dem, was wir uns auch heute noch wünschen. Es spiegelt die Hoffnungen wider, auf deren Erfüllung wir heute immer noch warten.
[Hier meinen Arikel weiterlesen]
[Bildquelle]
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Sonntag, 22. Dezember 2013
Freitag, 1. Februar 2013
Stoiberlied
Die FAZ, die sich vor Begeisterung fast überschlägt, sieht in dem Lied schon Potential für eine neue Bayern-Hymne. Die ersten Stimmen fordern schon, im Bundestag dürfe demnächst nur noch mit Schlagzeugunterstützung gesprochen werden. Ja: Dann hätte Phoenix Top-Einschaltquoten!
Montag, 21. Januar 2013
Willy
Letzten Donnerstag war ich kurz in Berlin, und da ich vor kurzem noch einmal das ungewöhnliche Buch "Andenken" von Lars Brandt gelesen habe (Willy Brandts Sohn berichtet darin mit ungewöhnlichem Insiderblick und gleichzeitig ungewöhnlicher Diskretion von seinem berühmten Vater, den er aus er Nähe sehr menschlich und nicht gerade unkritisch wahrnimmt), fiel mir beim Vorbeigehen im Forum Willy Brandt Berlin diese Sammlung von Brandt-Portraits auf.
Faszinierend!
Faszinierend!
Donnerstag, 3. Januar 2013
Trittbrettdrucker
Ja, ich las immer
gerne im ZEIT-Magazin die Rubrik „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“, in
der der Altkanzler in einer Zigarettenlänge seine Einschätzung zu aktuellen
Fragen preisgab. Auch den Film „Außer Dienst“ fand ich großartig. Die „Loki und Smoky“-Szenen im WDR, in denen er parodiert wird, sind sogar ohne den echten Schmidt sehenswert und
einfach hinreißend.
Jetzt, wo
sogar die FAZ auf Schmidts Werbewirksamkeit setzt, ist im Heyne-Verlag ein Buch erschienen,
das unter dem Titel „Als Helmut Schmidt einmal…“ 55 „kleine Geschichten über einen
großen Mann“ versammeln soll. In freudiger Erwartung auf unterhaltsame Stories
habe ich es mir auch gekauft – und wurde herb enttäuscht. Das Buch ist durchweg
so schwach, dass es sein Geld nicht mal ansatzweise wert ist.
Der Autor (Jost
Kaiser, Textchef bei GQ) hält zwar fest, die Archive seien „voll mit fast
siebzig Jahren Schmidt-Berichterstattung“, man müsse sie nur durchforsten, um
unerzählt Gebliebenes aufzuspüren – aber er versammelt vor allem jede Menge
Banalitäten ohne Witz und Spannung. Wo sind die versprochenen „kleinen
Begebenheiten am Rande“, die „bislang unerzählten Ausbrüche aus dem offiziellen
Schmidt-Sein“? Wen interessiert, was Schmidt 1982 bei IKEA eingekauft hat?
Die Journalistin Nina
Grunenberg, die 1975 „Vier Tage mit dem Bundeskanzler“ verbrachte und darüber
ein Buch dieses Titels verfasste, gewährt darin weitaus spannendere Einblicke. Und auch die zahllosen anderen vergleichbaren Anekdoten-Sammlungen berühmter Politiker (z.B. „Typisch Scheel“ oder „Typisch Mischnik“ von Hermann Otto Bolesch, „Heuß-Anekdoten“ gesammelt und erzählt von Hanna Frielinghaus-Heuss, „Willy Brandt – Anekdotisch“, erzählt von Heli Ihlefeld oder die verschiedenen Adenauer-Anekdoten-Bände von Walter Henkels) bieten deutlich mehr Unterhaltungswert. Jost Kaiser hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, alte Plenarprotokolle auf prägnante Zitate hin zu durchforsten. Ohne großen Aufwand finden sich Geschichten (etwa vom Klatschogramm), die deutlich interessanter als die meisten von Kaiser gesammelten Geschichten sind. Ärgerlich, so ein Trittbrettdrucker.
Bildquellen: Heyne-Verlag / FAZ
Montag, 28. Februar 2011
Guttenzwerg
Wenn ich groß bin, werde ich Politiker. Die Debatte um Dr. strg. c. Guttenberg im Bundestag hat mich darin bestärkt: das hat richtig Spaß gemacht. 
Man konnten die Diskussion per Livestream verfolgen, man kann auch das Protokoll im Nachhinein im Wortlaut genüsslich nachlesen (hier auf S. 10361-10370 bzw. besonders S. 10379ff; Videolinks unten). Highlights der Debatte: Oppermanns Aussage, demnächst könne sich jeder Ladendieb rausreden, er habe nur schlampig eingekauft. Trittins rethorisch glanzvolle Rede inklusive das Angriffs, Guttenberg bringe es fertig, "noch in der Geste der Demut und der Entschuldigung Arroganz zu demonstrieren", die gute Rede von Dietmar Bartsch, der das Buch "Fußnoten" [!] von Guttenbergs Großvater zitiert: "Am Ende zählt, ob einer ist, was er vorgibt", ... das war ganz großes Theater. Nur bei Karl Lauterbach (hier gucken) wusste ich nie, ob der sich selbst karikiert oder ob er wirklich immer so herumfuchtelt und seltsam spricht.
Hier gibt es - sogar in der seriösen FAZ - die besten Googleberg-Witze!
Selbst schuld, wenn man nicht die nötigen Konsequenzen ziehen möchte und sich selbst noch bei fehlender Reue als Vorbild hinstellt....

Man konnten die Diskussion per Livestream verfolgen, man kann auch das Protokoll im Nachhinein im Wortlaut genüsslich nachlesen (hier auf S. 10361-10370 bzw. besonders S. 10379ff; Videolinks unten). Highlights der Debatte: Oppermanns Aussage, demnächst könne sich jeder Ladendieb rausreden, er habe nur schlampig eingekauft. Trittins rethorisch glanzvolle Rede inklusive das Angriffs, Guttenberg bringe es fertig, "noch in der Geste der Demut und der Entschuldigung Arroganz zu demonstrieren", die gute Rede von Dietmar Bartsch, der das Buch "Fußnoten" [!] von Guttenbergs Großvater zitiert: "Am Ende zählt, ob einer ist, was er vorgibt", ... das war ganz großes Theater. Nur bei Karl Lauterbach (hier gucken) wusste ich nie, ob der sich selbst karikiert oder ob er wirklich immer so herumfuchtelt und seltsam spricht.
Hier gibt es - sogar in der seriösen FAZ - die besten Googleberg-Witze!
Selbst schuld, wenn man nicht die nötigen Konsequenzen ziehen möchte und sich selbst noch bei fehlender Reue als Vorbild hinstellt....
Montag, 16. März 2009
Wir und die Kanzlerin (Kathis Weisheit 15)
Papa: Na, kennt ihr die Frau in den Nachrichten?
Lotte: Das ist die Bundeskanzlerin Angela Merkel!
Kathi: Die lade ich ein zu meinem Geburtstag!
Lotte: Das ist die Bundeskanzlerin Angela Merkel!
Kathi: Die lade ich ein zu meinem Geburtstag!
Freitag, 31. Oktober 2008
Obama TV
Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat in den wichtigsten Fernsehstationen des Landes einen aufwendigen halbstündigen Werbespot geschaltet (hier ein Spiegel-Bericht, unten das Video). Das Ding ist wirklich … gänsehauterregend. Nicht nur wegen der hollywoodreifen Bilder, der gefühlvollen Musik oder Obamas angerauter Stimmlage. Ohne übertriebene Naivität: Der Typ hat echt Ausstrahlung, Charisma. Der Typ fasziniert.
Mit deutschen Polit-Akteuren könnte ich mir so ein Video nicht vorstellen. Klar hat auch die Kanzlerin einen Video-Blog, aber das ist doch was anderes… Auch Gerhard Schröder und Joschka Fischer hatten starke Momente und enorme Öffentlichkeitswirksamkeit, aber irgendwie nahm man ihnen nicht immer ab, dass es ihnen wirklich um die Sache, um die Menschen ging. Sätze wie die in Obamas Schlusspassage wären ihnen nie über die Lippen gegangen.
Mit deutschen Polit-Akteuren könnte ich mir so ein Video nicht vorstellen. Klar hat auch die Kanzlerin einen Video-Blog, aber das ist doch was anderes… Auch Gerhard Schröder und Joschka Fischer hatten starke Momente und enorme Öffentlichkeitswirksamkeit, aber irgendwie nahm man ihnen nicht immer ab, dass es ihnen wirklich um die Sache, um die Menschen ging. Sätze wie die in Obamas Schlusspassage wären ihnen nie über die Lippen gegangen.
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