
Warnung: Man kann sich stundenlang in den Weisheiten, Fundstücken und Hinweisen seines Blogs verlieren!


„wie Formulare, in die man seinen eigenen Namen und seine eigene Adresse einträgt. Der Psalm ist ein Formular, in das man seinen Schmerz, seine Ängste, sein Glück einträgt…“Zuerst dachte ich, dass ein „Formular“ ein im Vergleich zu unflexibles Bild darstellt, aber das ist eigentlich genau wirklich der Witz der Psalmen: dass man sich in sie „fallen lassen“ kann, ihre vorgefertigten, bewährten Worte zu eigen machen und für sich übernehmen kann. An dem Vergleich gefällt mir außerdem, dass er voraussetzt, dass man das Formular dann beim Zuständigen einreicht.


Seit einigen Jahren flimmern diverse Castingshows über den Bildschirm, etwa „Popstars“ oder DSDS („Deutschland sucht den Superstar“). All diese Fernsehsendungen bauen auf einem Prinzip auf: Dutzende, die sich für talentierte Sängerinnen und Sänger halten, führen ihre Gesangskünste einer Jury vor. Und die Jury urteilt: Daumen hoch oder Daumen runter. „Nicht schlecht, du bist eine Runde weiter!“ oder „Das war nichts, du bist raus!“.
Manchmal habe ich den Eindruck, im Glauben und in unseren eigentlich braven frommen Gemeinden fahren wir unterschwellig und heimlich einen ähnlichen Wettbewerb. Wir stellen uns das dann unausgesprochen so vor: In der Jury sitzt Gott, und ihm müssen wir zeigen, was wir drauf haben. Wir müssen ihn beeindrucken.
Sagt Gott den Gescheiterten irgendwann: „Sorry, es hat nicht ganz gereicht? Du bist raus!“? Müssen wir uns abstrampeln [...]
ganzen Artikel lesen?