Freitag, 28. September 2007

Bibelbastelbogen


Manche picken sich aus der Bibel raus, was ihnen gefällt und ignorieren den Rest. Ein Hinweis zu diesem Thema: Unser one-Video-Team hat für einen der letzten Knorke mit einer Homeshopping-Parodie ein Meisterwerk vorgelegt. Sie führen das BibaBo (Bibelbastelbogen)-Prinzip ad absurdum. Hier unbedingt anschauen!

Freitag, 21. September 2007

Lottes Weisheit (IV)

Zitat aus einem Telefonat mit der Tochter (Lotte und die beiden anderen Frauen des Hauses sind in Kur):
Kathi ist auf dem Wickeltisch, ich kann dir Kathi nicht geben, weil das ist hier so ein komisches Telefon mit Schnur dran!

Tja, das kennt sie nicht mehr.

Dienstag, 18. September 2007

auf und nieder, immer wieder


Nun haben wir - als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk der beiden Zwerge - auch ein gar nicht so kleines Trampolin. Wir erhoffen uns damit eine Reduzierung der zu mähenden Rasenfläche um ca. 40 Prozent und eine Erhöhung der Ausgeglichenheit der Sprösslinge um ca. 60 Prozent. Herzlichen Dank an das technische Aufbauteam (Daniel, Andreas) sowie die "koordinierend" und "qualitätssichernd" wirkendenden Damen im Hintergrund. Besucher bis zu 90 kg sind herzlich zum Testen des Trampolins eingeladen.

Sonntag, 16. September 2007

A & P in Z & S


Gestern war die neue Ausgabe von Zeit & Schrift (Motto: „Antworten und Impulse aus der unveränderlichen Schrift – dem ewigen Wort Gottes - für unsere veränderliche Zeit“) im Briefkasten. Sie enthält neben Aufsätzen z.B. von Willem J. Ouweneel über drei unlösbare Rätsel der Bibel (die Dreieinheit Gottes, das Wesen Christi, göttlicher Ratschluss und menschliche Verantwortung) unter dem Titel „A & P Zeltstoffe“ erstmals auch einen Aufsatz von mir. Der Artikel basiert auf einer Predigt über die Lebensgeschichte von Aquila und Priszilla, die ich hier in zwei Gemeinden in OWL gehalten habe.
Wer mag, kann sich die Ausgabe 4 / 2007 bei Horst von der Heyden (mail@zs-online.de), einem der Herausgeber, kostenlos bestellen.
Nachtrag 18.9.: Hier ist der Artikel jetzt auch online.

Sonntag, 9. September 2007

Neun Wege, Gott zu lieben


Stille Zeit heißt, frühmorgens halb verschlafen am Schreibtisch alleine die Bibel zu lesen, oder? Jein. Manche begegnen Gott (auch) auf andere Art und Weise, fühlen sich ihm vielleicht eher bei anderen Gelegenheiten nahe. Gary L. Thomas, Buchautor aus Washington, zeigt mit seinem Buch „Neun Wege, Gott zu lieben - Die wunderbare Vielfalt des geistlichen Lebens“, dass unterschiedliche Zugänge zum Glauben, zu Gott bestehen. „Gott hat uns mit verschiedenen Persönlichkeiten und Temperamenten ausgestattet. Es ist also nur natürlich, dass diese Verschiedenheit sich auch in der Form unserer Anbetung niederschlägt“ (S. 18). Thomas warnt:
„Wenn wir selbst ganz begeistert sind von einem (für uns) wichtigen Zugang zum christlichen Glauben, dann ziehen wir manchmal den Schluss, dass es anderen ganz genau so gehen muss – und wenn nicht, dann ist mit ihrem Glauben etwas nicht in Ordnung“ (S. 13).
Gary Thomas unterscheidet neun Möglichkeiten, seine „Seele zu füttern“ und verschwiegt dabei auch Versuchungen nicht:
1. Der Natur-Typ begegnet Gott in seiner Schöpfung (z.B. Franz von Assisi). Gefahr dabei: Individualismus; Irrglaube; Natur als Idol.
2. Der sinnliche Typ begegnet Gott mit allen Sinnen (z.B. Hesekiel). Gefahr dabei: Anbetung ohne innere Überzeugung; Verherrlichung der Schönheit; Hingabe als Selbstzweck.
3. Der traditionalistische Typ begegnet Gott durch Rituale und Symbole (z.B. Esra). Gefahr dabei: Gott dienen, ohne ihn zu kennen; soziale Pflichten vernachlässigen; andere verurteilen; mechanisches Wiederholen; Vergötzung von Riten.
4. Der asketische Typ begegnet Gott in Einsamkeit und Schlichtheit (z.B. Johannes der Täufer). Gefahr dabei: Die persönliche Frömmigkeit zu sehr betonen; Leid suchen um des Leides willen; Gottes Gunst erwerben wollen.
5. Der aktivistische Typ begegnet Gott durch Konfrontation (z.B. Mose, Elia und Elisa, Habakuk). Gefahr dabei: Andere verurteilen; Ehrgeiz und Sex; elitäre Gedanken und Groll; übertriebene Geschäftigkeit, mangelnde persönliche Heiligung.
6. Der fürsorgliche Typ begegnet Gott durch Nächstenliebe (z.B. Mordechai, Marta von Betanien). Gefahr dabei: Andere verurteilen; anderen dienen als Dienst an sich selbst; eingeschränkter Blickwinkel; Menschen vernachlässigen, die uns am Nächsten stehen.
7. Der enthusiastische Typ begegnet Gott durch Mysterien und Feiern (z.B. David). Gefahr dabei: Erfahrungen um ihrer selbst willen suchen; unabhängig sein; „gute Gefühle“ und „gute Anbetung“ sind nicht das Gleiche.
8. Der kontemplative Typ begegnet Gott durch grenzenlose Hingabe (z.B. Maria von Betanien). Gefahr dabei: Einseitige Anbetung; Gott gleich werden wollen; Meditation ohne Opferbereitschaft; Abhängigkeit von spirituellen Erlebnissen.
9. Der intellektuelle Typ begegnet Gott mit dem Verstand (z.B. Salomo, Augustinus). Gefahr dabei: den Streit zu sehr lieben; Wissen statt Handeln; Stolz.

Gary Thomas schafft es in seinem Buch, verschiedene Zugänge zu Gottes Nähe ausgewogen zu erläutern und durch Beispiele zu illustrieren. Damit weckt er einerseits Verständnis für Christen, die vielleicht vollkommen andere Bedürfnisse, Gewohnheiten und Herangehensweisen haben als man selber. Andererseits ermöglicht er dem Leser die Überprüfung, ob er in Gefahr steht, selber zu einseitig zu agieren (sozusagen an Mangelernährung zu leiden) oder „typischen Fallen“ eines bestimmten Zugangs zu erliegen.
Thomas fasst zusammen:
„Jede Gemeinde ist voll von miteinander rivalisierenden geistlichen Temperamenten. Es ist zu viel verlangt, wenn man erwartet, dass ein einstündiger Gottesdienst alle sieben Tage die geistlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen befriedigt. Meine Hoffnung ist, dass dieses Buch es den Menschen leichter macht, den Gemeindegottesdienst regelmäßig durch ihre persönlichen Zeiten und Formen der Anbetung zu ergänzen. […] Es grenzt an Götzendienst, wenn man meint, ein einziger Lehrer könne einem alles geben, was man braucht, um im Glauben zu wachsen. […] Viel gesünder ist der Ansatz, ein Gebets- und Glaubensleben zu entwickeln, dessen Früchte umgekehrt Gemeindeleben zugute kommen“ (S. 252).
Mir liegt, das hat mich nicht sehr überrascht, offensichtlich vor allem der intellektuelle Typ („Glaube muss zwar erlebt, aber vor allem verstanden werden. Christen mit diesem geistlichen Temperament fühlen sich Gott wahrscheinlich am nächsten, wenn sie eine neue Erkenntnis über ihn gewonnen haben“) sowie der aktivistische („Aktivisten … schöpfen ihre Energie mehr aus der Interaktion mit anderen – selbst wenn es sich dabei um Konflikte handelt“). Auf Rang 3, man hören und staune, der asketische Typ. Na, da muss ich noch mal drüber nachdenken ;-)

Fazit: ein lesenswertes und größtenteils überzeugendes Buch, das zahlreiche Gedankenanstöße bereit hält. Meine Empfehlung.

Mittwoch, 5. September 2007

Tradition und Moderne


Gestern habe ich mir den wunderbaren Film „Die Queen“ auf DVD angeschaut. Beeindruckend! Der Film dreht sich um die Reaktion der britischen Königsfamilie auf den Tod von Lady Diana im Jahr 1997, die in Paris bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Während das Volk in Großbritannien (und weltweit) tiefe Betroffenheit zeigt, macht die Königin nach außen einen teilnahmslosen Eindruck, da sie dem Protokoll entsprechend den Todesfall als private Angelegenheit behandelt und dementsprechend keine öffentliche Reaktion meint zeigen zu dürfen. Darüber hinaus war ihr Verhältnis zu der geschiedenen Frau ihres Sohnes ohnehin schon zu Lebzeiten eher unterkühlt.
Erst der „junge wilde“, frisch gewählte Premierminister Tony Blair kann ihr auf die Sprünge helfen, so dass sie erkennt, dass „Würde und Ruhe“ keine angemessene Reaktion auf den Rummel um Diana darstellen und dass ihr Schweigen die Akzeptanz der Monarchie beginnt in Frage zu stellen.
Eine Woche im Leben der Queen – humorvoll und trotz fehlender großer Handlung spannend. Das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne, personifiziert in dem auf Veränderung drängenden, jedoch fast in die Queen verliebten Tony Blair und der unerschütterlichen, aber zur Veränderung ihrer Sichtweise gezwungenen Königin. Empfehlenswert.